Koenig Arthus (Rhiothamus)...
überlieferte Sicht historische
Sicht
... aus historischer Sicht
Wenden wir uns nun also den Ergebnissen aus der Wissenschaft zu:
Es gab tatsächlich einmal einen König Vortigern. Er hieß zwar nicht so, aber "Vortigern" heißt im Walisischen auch "Hochkönig". Doch als "Vortigern" ging die historische Person in die Geschichte ein. "Vortigern" hat um das Jahr 425 n. Chr. regiert. Vortigerns Nachfolger Riothamus kam nach der Militärherrschaft des Ambrosius Aurelianus (Geoffrey machte daraus "Aurelius Ambrosius") von 460 an die Macht. Solche Zusammenhänge lassen sich in der schlecht dokumentierten Frühgeschichte Britanniens nur schwer herausfinden; Geoffrey selbst beruft sich auf zwei Werke von Bede und Gildas, sowie auf ein nicht näher bezeichnetes Buch, das "sehr alt und in britischer Sprache" geschrieben war.
Dieses mysteriöse Werk ließ schon manchen Forscher schlaflose Nächte verbringen - und tatsächlich: Es scheint ein Buch zu existieren, bei dem es sich um Geoffreys dritte Quelle handeln könnte: "Historiae Brittonum", das ein gewisser Mönch namens Nennius um 800 geschrieben hat. Allerdings folgt es einem unlogischen, ja sogar chaotischen Schema, was Recherchen darin nicht unbedingt erleichtert, zumal sich Nennius bei den Jahreszahlen teilweise widerspricht. Artus soll innerhalb kurzer Zeit zwölf Schlachten gewonnen haben, bei der letzten hat er gar - etwa mit Hilfe von Excalibur? - 960 Menschen getötet. Wenigstens erleichterten Nennius' Angaben eine Datierung von Artus' Wirken auf den Zeitraum von 450 bis 460. Als später mit den "Annales Cambriae" ein weiteres Buch gefunden wurde, das den entsprechenden Zeitraum behandelt, kam es jedoch zu seltsamen Unstimmigkeiten: In diesem Buch wird "Der Streit von Camlann - Artus und Mordred fallen" ins Jahr 539 gelegt. Wenn Artus also bereits unmittelbar nach Vortigerns 539 mindestens 90 Jahre als gewesen - ein Greis als Sieger über 960 Krieger? Schwer vorstellbar.
Wo liegt Camelot?
Während die Historiker hiermit eine herbe Niederlage erlitten, konnten die Archäologen schon eher "Siege" feiern. Sie gingen das Problem von einer anderen Seite an und stellten sich die Frage, wo der historische Artus gelebt hat.
Lange Zeit nahm man an, seine Heimat läge in Nordengland. Alte Quellen sprachen jedoch vom Westen Englands. Geoffrey selbst sprach von Tintagel in Cornwall. Weiterhin schrieb John Leland im Jahre 1542: "Ganz am südlichen Ende der Kirchengemeinde von South Cadbury steht Camallate, einst eine berühmte Stadt oder Festung ... Die Leute erzählen, dass sich Arthur oft in Camallatte aufhielt". Der Sprachwandel von Camallate nach Camelot entspricht dem walisischen Dialekt. Ausgrabungen, die aufgrund dieser frappierenden Ähnlichkeit angesetzt wurden, brachten einige teure Töpferwaren, die im 5. Jh. aus dem Orient importiert wurden, zu Tage. Später fand man dann noch die Fundamente einer großen Halle, die ebenfalls auf das 5. Jahrhundert nach Christi Geburt datiert wurde. Weiterhin fand man am Hang des Hügels, auf dem Cadbury Castle einst stand, einen Torbogen, durch den - wie die Alten schon lange erzählten - einst ein Weg namens "Arthurs Pfad" hinaufführte. Es musste sich um Camelot handeln!
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