Koenig Arthus...
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Artus war der Sohn des Uther Pendragon, des Oberfeldherrn der Briten und Freundes des Zauberers Merlin, welcher die schöne Ingerna, die Gemahlin des Fürsten von Cornwalls, liebte und Erhörung bei ihr fand, so daß sie von ihm den Knaben Artus gebar. Dieser wuchs zu einem herrlichen Helden auf, begleitete seinen Vater zu Schlachten und Siegen, und zeichnete sich so gewaltig aus, daß man nach des ersteren Tode ihn selbst zum Heeresfürsten der Engländer erhob.

Jetzt zog er gegen die Sachsen, besiegte dieselben unter der Anführung des Cerdic zweimal, zog nach Schottland und Irland, unterwarf sich beide Reiche, zog nach Norwegen, Dänemark, Flandern und Frankreich, besiegte bei Paris ein römisches Heer, zog dann gegen die spanischen Riesen, deren er die meisten niedermachte, und ging darauf nach England zurück, weil sein Neffe Modred sich gegen ihn empört und seine Gattin, die schöne Guanhumara (Guniver, Ginevra, Guinevere), verführt hatte. 

Kaum auf Englands Boden angelangt, schlug Artus diesen Neffen und nahm ihm seine bisher gemachten Eroberungen ab. Auf den Rat seines Freundes, des Zauberers Merlin, stiftete er nun die berühmte Tafelrunde, eine Gesellschaft von neunundvierzig der ausgezeichnetsten Helden, welche er auf seinen Heerzügen kennen gelernt; sie versammelten sich um ihn und hielten fröhliche Mahlzeiten an einer runden Tafel von poliertem Marmor, um welche her Sitze standen, bezeichnet mit den Namen derjenigen, denen die Ehre dieser Auszeichnung gebührte. 

Nach dem Tode eines Mitgliedes erschien an seinem erledigten Sitz von selbst, auf des Zauberers Merlin Veranstaltung, der Name desjenigen, der nun seine Stelle einnehmen sollte. – 

Ein Ritter wagte es, sich auf einen leeren Sessel niederzulassen, und versank samt demselben unter den Boden des Saales; man hörte einen furchtbaren Schrei, und bald darauf kam der Stuhl wieder empor, auf dem ein Häufchen noch glimmender Asche, mit einigen glühenden Knochenstücken vermischt, zu sehen war. Niemand hatte fortan Lust, sich zu setzen, wenn er nicht seinen Namen in großen, goldenen Buchstaben auf der Rücklehne des Stuhles glänzen sah. 

Innig verbunden mit der Geschichte von der Tafelrunde und Artus ist die Schwester desselben, die Fee Morgana (Tochter Uther Pendragons), und der Zauberer Merlin; die Lanze Rol, auf welche Artus jedesmal 24 Feinde spießte, die er dann von sich schleuderte, sein Schwert Excalibur, womit er in einer Schlacht 840 Feinde tötete, sein Schild Pridwen, welcher undurchdringlich war etc. etc. 

Der König führte ein langes, tatenreiches und glückliches Leben, und fiel endlich in ehrenvollem Kampfe und nach errungenem Siege, in einer Schlacht auf der Insel Avalon (nach Anderen Camlann) im Jahre 542. Man will auf dieser Insel auch unter Heinrich II. von England sein Grab entdeckt haben. 

Die Bewunderung der Briten für diesen Helden war so groß, daß sie lange Jahrhunderte glaubten, er werde wiederkommen und sein Volk vom Joche der Angelsachsen befreien. Die Sagen-Geschichte von Artus wurde schnell in allen Ländern, selbst bis Island verbreitet, und aus den Artus-Romanen wurden hernach von französischen Rittersängern die Helden seiner runden Tafel einzeln besungen, so dass Sir Gawein, Lancelot vom See, Irwin, Parzival und andere edle Kampfgefährten Artus‘ allgemein als Muster der fahrenden Ritterschaft bewundert wurden.


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