Merlin
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Merlin lebte als historische Gestalt im 6.Jhdt im Gebiet der heutigen Lowlands. Er war ein echter Prophet und Druide.

Im Merlingedicht von Robert de Boron (um 1200) wird Merlin vom Teufel, als Widersacher des Heiland gezeugt, indem sich der Teufel an einer Jungfrau vergeht. Durch diesen Teufelsvater hat Merlin nun das gesamte Wissen um die Vergangenheit. Die Frömmigkeit der Mutter beschehrte ihm aber von Gott die Fähigkeit, alles zu wissen, was sich in der Zukunft ereignet.

Wie Stonehenge entstand....
König Aurelius von Britannien will zu Ehren der im Kampf gefallenen Edelleute ein großes Denkmal errichten. Als beim Bau mysteriöse Schwierigkeiten auftreten, schickt er nach dem Druiden Merlin. Dieser rät ihm, die Steine des Gigantenringes aus Irland heranzuschaffen. Den sogenannten "Tanz der Riesen". Merlin hilft mit seinen Künsten die gewaltigen Felsblöcke zu bewegen. So entsteht jenes eindrucksvolle Bauwerk, das man heute als Stonehenge kennt.


Nach Borons Aussage besitzt Merlin die Fähigkeit, nach Belieben seine Gestalt zu verändern, was er auch zu zahlreichen Streichen benutzt. Die Persönlichkeit Merlins tritt lebhaft in Erscheinung - gerissen, scharfsinnig, reizbar, mephistophelisch, mit beißendem Humor und übernatürlichen Kräften begabt. Doch über alledem ist er gütig und handelt zum Wohle seiner Umgebung.

Sir Thomas Malory beschreibt Merlin in seinem Buch "Morte Darthur" in einer archaischen, doch angenehm frischen Diktion voller Wunder. Wie König Arthur ist er in der Anderswelt gefangen; nahe bei den Menschen und doch unerreichbar für sie. Auch in diesem Werk wird Merlin als Magier und Prophet, stets zu derben Scherzen aufgelegter Schelm beschrieben.

Merlins Prophezeihung über seinen eigenen Tod erfüllte sich durch Vivien, ein Fräulein vom See, in die er sich heftig verliebte. Als sie seiner überdrüssig wurde, beschwor sie ihn unter einen Felsen, auf dem ein mächtiger Zauberbann lag. Durch ihre Kunst erwirkte sie, daß er in dessen Macht geriet und nie mehr hervorkam. Damit erfüllten sich Merlins Worte:

...denn ich werde einen schmachvollen Tod sterben und lebend in der Erde vergraben sein.

Vierzehn Jahrhunderte sind vergangen, seit Merlins spötisches Lachen in der Felsenschlucht am HartFell verstummte, aber in den Felsenstürzen darüber hallt noch immer sein Echo. Er ist zurückgekehrt in das Dunkel des Waldes, aus dem er einst kam. Die schmerzlichen Melodien seiner seherischen Ekstase leben fort. Wir hören sie durch die Verkrustungen der Jahrhunderte hindurch in den alten Gedichten.

Die quälende Einsamkeit, unter der Merlin in seinem Schlupfwinkel im Walde litt - im Gedicht "Afallennau" als ergreifende Klage niedergeschrieben, soll den Abschluß dieses kleinen Auszuges aus dem Leben Merlins bilden:

Der Tod hat jeden geholt, warum ruft er mich nicht?
 

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