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Der Mythos...
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Geoffrey von Monmouth lebte von 1129 bis 1151 in Oxford, war Geistlicher oder Lehrer. Später zog er nach London und wurde schließlich Bischof von Wales.
Sein Meisterwerk war die lateinisch verfasste "Geschichte der Könige Britanniens". Sie war eines der meistgelesenen Bücher des Mittelalters und Quelle vieler berühmter Legenden, so auch der von Artus. Ein Fünftel von Geoffreys Buch beschreibt den edlen Charakter und die Heldentaten von Artus. Kein Gelehrter hielt die Geschichten für wahr, aber sie fanden großen Anklang in einem Volk, das sich nach Helden sehnte.
Es ist allerdings nicht unwahrscheinlich, dass es eine außergewöhnliche Persönlichkeit gegeben hat, auf die der Artus-Mythos zurückgeht. Denn in der mittelalterlichen Literatur schrieb gewöhnlich niemand einfach nur das nieder, was ihm seine Phantasie eingab. So glauben einige Forscher, der Enkel von Wilhelm dem Eroberer habe Geoffrey angeregt, die Volkssagen als historische Tatsachen aufzuzeichnen, um seine eigene königliche Stellung hervorzuheben.
Geoffrey von Monmouth ließ die Artusgeschichte im 6. Jahrhundert spielen, erzählte sie jedoch, als trüge sie sich in seiner Gegenwart, dem 12. Jahrhundert, zu. Geoffrey von Monmouths Buch begründete ein neues Ideal, das an den Höfen der britischen Könige zum Leitbild erhoben wurde, ein Jahrhundert der Turniere, der Ritterlichkeit und des Minnesangs.
Tintagel - Der sagenhafte Geburtsort
Die Zeugung des ritterlichen Königs beruhte auf einer wenig feinen und unritterlichen erotischen Intrige. Als Geburtsort von König Artus nannte Geoffrey von Monmouth die Burg Tintagel an der stürmischen Nordküste Cornwalls. Wahrscheinlich gibt es in ganz Großbritannien keinen romantischeren und wilderen Ort.
Hier soll der Vater von Artus, König Uther, die Frau eines anderen
verführt haben. Nach Monmouth gab König Uther zu Ostern ein Bankett in
London. Unter den Gästen waren der Herzog von Cornwall und seine schöne
Frau Igurna. Der König entbrannte in Leidenschaft für Igurna und
schenkte ihr allzu offensichtlich seine Aufmerksamkeit. Ihr Gatte brachte
sie daraufhin nach Cornwall in die Festung Tintagel in dem Glauben, dort
sei sie vor Uthers Avancen sicher. Aber er hatte nicht mit Merlin und
seinen Zauberkünsten gerechnet. Merlin verwandelte Uther in das Ebenbild
des Herzogs von Cornwall, die perfekte Tarnung. Uther verführte die
ahnungslose Igurna, und Artus wurde gezeugt.
Man wusste lange nicht, warum Geoffrey von Monmouth Tintagel als
Geburtsort von Artus gewählt hat, denn die Festung wurde erst im 12.
Jahrhundert gebaut, während der historische Artus 600 Jahre früher
gelebt haben soll.
Erst vor kurzem entdeckten zwei Archäologen, dass hier vor der Festung
ein Kloster stand. Die Wissenschaftler fanden mediterrane Keramiken aus
dem 5. Jahrhundert - der Zeit von König Artus. Zur Kindheit von Artus gab
es kaum Anhaltspunkte. In Geoffreys Monmouth Überlieferung wurde der
15-jährige Artus von den britischen Fürsten zum Nachfolger des von den
Sachsen vergifteten Uther gewählt. Kaum dem Knabenalter entwachsen und
ausgerüstet mit dem für ihn auf der keltischen Zauberinsel Avalon
geschmiedeten Zauberschwert Excalibur, vertrieb er die Sachsen aus
Britannien. Eine andere Fassung der Geschichte besagt, der von Merlin
erzogene Artus habe als junger Mann seinen Anspruch auf den Thron
bewiesen, indem er ein riesiges Schwert aus einem in einen gigantischen
Felsen eingelassenen Amboss herauszog.
Die Tafelrunde
Kaum zwanzig Jahre nach ihrem Erscheinen übertrug der auf der Insel
Jersey geborene Dichter Robert Wace die Artusgeschichte Geoffreys aus der
lateinischen Prosa in französische Verse, wobei er dem Ganzen höchst
eigenmächtig die Tafelrunde hinzufügte. Sie gehörte seitdem fest zum
König Artus, obwohl sie wahrscheinlich aus einem ganz anderen Sagenkreis
bretonischer Herkunft stammte.
Anlässlich der Hochzeit Guineveres mit Artus gab ihr Vater, König
Leodegrance, seiner Tochter ein besonderes Geschenk mit auf den Weg: einen
gewaltigen kreisrunden Tisch, an dem 150 Ritter Platz nehmen konnten.
Diesen hatte einst Merlin angefertigt. König Uther, für den der Tisch
bestimmt war, reichte ihn als Zeichen der Freundschaft an Leodegrance
weiter. Dieser kehrte zu seinem Sohn nach Camelot zurück. Um die
Tafelrunde zu komplettieren, bewirkte Merlins Zauberkunst, dass an den
freien Plätzen die Namen derer aufleuchteten, denen sie gehörten. Es
waren auch Namen zukünftiger Mitglieder darunter, die noch keiner kannte
und die zum Teil noch gar nicht geboren waren.
Alle Ritter der Tafelrunde saßen als Gleiche unter Gleichen am Tisch.
Keiner war einem anderen übergeordnet, ein jeder wurde wegen seiner
besonderen Fähigkeiten geachtet, ein vorbildliches Modell für
Demokratie.
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