Der Mythos...
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...nach Chretien de Troyes


Der französische Dichter Chrétien de Troyes fügte Ende des 12. Jahrhunderts dem Hofstaat von König Artus weitere Helden hinzu, allen voran Lancelot. Er erweiterte den Artus-Mythos um den Komplex der Gralsgeschichte und eine Liebesaffäre.

Der junge Ritter Lancelot rettete Guinevere vor einer Entführung. Die Königin und der Ritter wurden ein Liebespaar. In allen Erzählungen leitete von nun an ihre Affäre den Untergang Camelots ein. Ehebruch bei Hofe war im Mittelalter keine Seltenheit, weil Hochzeiten zwischen Adligen oft arrangiert und junge Frauen aus politischem Kalkül einem alten Mann angetraut wurden. Die märchenhafte Dreiecksliebe zwischen Guinevere, Lancelot und Artus sollte erst später von anderen Autoren ausgesponnen werden, die die jeweiligen moralischen Maßstäbe ihrer Zeit mit einbrachten. 

Seit Chrétien de Troyes verkörperte König Artus all das, was sich Menschen von ihren Herrschern an Eigenschaften wünschten: absolute Gerechtigkeit, menschliche Güte bei zugleich kluger und energischer Politik, Fairness Freund und Feind gegenüber sowie fromme Verbindung zu den Dingen zwischen Himmel und Erde. Artus wurde zur Identifikationsfigur. 

Der heilige Gral
In welchem Jahrhundert auch die Geschichten über Artus geschrieben wurden, ein Leitmotiv blieb bestehen: die Suche. Immer trat ein edler Ritter eine Reise an, um gegen das Böse zu kämpfen oder eine geliebte Frau zu retten. Das Bedeutendste aber war die Suche nach dem heiligen Gral. 

Der Legende nach half Joseph von Arimathia bei der Waschung des Leibes Jesu nach der Kreuzabnahme. Christi Blut wurde in einem Kelch, dem Gral, aufgefangen. Dreißig Jahre später gelangte Joseph mit dem heiligen Gral nach Glastonbury, die erste christliche Gemeinde Britanniens. Große Teile der Artus-Sage sind mit dieser Stadt und ihrer Abtei aus dem 10. Jahrhundert verbunden. Angeblich wurde hier Artus nach einer letzten Schlacht begraben, Guinevere neben ihm. 1191 sollen Mönche die Gebeine zweier Toter ausgegraben haben, unter denen ein Kreuz aus Blei gefunden wurde mit der Inschrift: "Hier liegt der berühmte König Artus auf der Insel Avalon begraben." Leider sind sowohl das Kreuz als auch die Gebeine verschwunden. Ob Artus nun hier begraben war oder nicht, die Abtei hat von ihrer Anziehungskraft in ihrer tausendjährigen Geschichte nichts eingebüßt.

Jahrhunderte nachdem der Gral aus dem Heiligen Land nach Glastonbury gelangt war, wetteiferten die Ritter der Tafelrunde um die Ehre, das größte aller Abenteuer wagen zu dürfen - den heiligen Gral zu suchen. In jeder Geschichte war der Gral etwas anderes. Der Gegenstand selbst verlor an Bedeutung. Wichtig war die geistige Suche und das tugendhafte Streben des Suchenden. Das Grals-Epos ist eine von mehreren Sagen, die sich auf den mittelalterlichen Ort Glastonbury beziehen.


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